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Rezensionen

VDS - Journal für Astronomie
Daniel Spitzer
I / 2011

Es hat eingentlich ganz zufällig angefangen: Gerhard Stropek wollte eigene Beobachtungen vorbereiten, und mit der Zeit entstand eine ganze Sammlung von Beobachtungshinweisen, Fotos, und, und, und... Auf Drängen seines Umfeldes wurde dann der vorliegende neue "Deep Sky Beobachteratlas" daraus.

Auf insgesamt 97 Karten, die den Himmel bis zu einer Deklination von -35° zeigen, werden über 2200 Objekte vorgestellt. Der Maßstab beträgt 1,2°/cm. Die Karten überdecken den Himmel mehr oder weniger gleichmäßig - Milchstraßenregionen sind dichter kartiert. Die stellare Grenzgröße reicht typischerweise bis 9 mag. Für sternarme Himmelsregionen reit die Grenzgröße auch bis 9,3 mag und in Milchstraßengegenden bis 8,3 mag. Dies hilft einerseits der Übersicht, andererseits erleichtert es das Starhopping. Doch an dieser Stelle fängt dieses Werk erst richtig an: Es handelt sich hier um viel mehr als um ein einfaches Kartenwerk: Nahezu alle Objekte verfügen auch über eine Kurzbeschreibung, damit der Beobachter am Teleskop einen Vorgeschmack davon erhält, was ihn erwartet. Bei dieser Auflistung fallen Objekte, die nicht zum Standadrepertoire gehören, sofort auf. Gelegentlich gibt es zu den Beschreibungen auch Angaben zum Entdecker und zur Entfernung. Der "Deep Sky Beobachtertatlas" wendet sich in erstern Linie an den visuellen Sternfreund, der ohne großartige Beobachtungsvorbereitung sein Teleskop aufstellt und einfach nur beobachten will. Genau hier liegen seine gewaltigen Stärken. Für den schnellen Überblick existiert zu den interessantesten Objekten in jeder Karte ein Diagramm, in dem Objekthelligkeit gegen Flächenhelligkeit aufgetragen sind. Anhand der dortigen Position des verzeichneten Objektes kann man recht schnell ermitteln, ob sich eine Beobachung lohnt oder nciht,. Um die Karten zu unterstützen, werden vielfach Bilder aus dem POSS gereicht. Dies betrifft verstärkt Objekte des Abell-Katalogs der Planetarischen Nebel, Hickson-Galaxiengruppen sowie einiger Abell-Galaxienhaufen. Der Ausschnitt der Fotografien ist meist so gewählt, dass genügend Feldsterne zur Orientierung im Bildausschnitt erscheinen.

Auch Einsteiger haben etwas von diesem Werk: Standardobjekte aus dem Himmelsatlas von Karkoschka werden stärker hervorgehoben. So können Anfänger sich Schritt für Schritt mit geeignetem Instrument and immer schwierigere Objekte heranpirschen.

Der Autor merkt selber an, dass ich die Karten an den Sternbildern orientieren, und nicht systematisch nach Delklination und Rektaszension gegliedert sind. Leider fehlen bei den Objektbeschreibungen gänzlich die Koordinaten des Objektes als auch an den Karten die Skala für die Himmelskoordinaten. Hat man sich also ein interessanten Objekt in der Liste ausgesucht, muss man auf der Karten nach dessen Position suchen. Doch dieses kleine Manko kann nicht über die Stärken dieses Werkes hinwegtäuschen.

Oftmals sucht man als Beobachter einen "perfekten" Atlas. Ob man ihn in diesem Werk findet, muss jeder für sich entscheiden. Jedenfalls bringt einen der Beobachteratlas ein gehöriges Stückchen weiter.

Mit freundlicher Genehmigung Daniel Spitzer
Quelle: VDS - Journal für Astronomie I/2011

 

Astronomie.de
Torsten Güths
Januar 2011

Einleitung

Für die Beobachtung von für das bloße Auge unsichtbaren Objekten ist eine präzise Orientierung am Nachthimmel unerläßlich. Neben dem reinen Kartenmaterial ist es auch sinnvoll, gleich einige Angaben zur Sichtbarkeit des Objekts zu haben. Dafür musste man dann entsprechend viel Literatur ins Feld mitnehmen, sollte man aufgrund unseres schwer vorhersehbaren Wetters einmal spontan und rasch aufbrechen wollen. Das es auch mit nur einem Werk geht, zeigt der nachfolgend beschriebene Atlas.

Proklamiertes Ziel des Buches

„Ein kommentierter Atlas der Sternhaufen, Nebel und Galaxien für den visuellen Beobachter"

„Dieser Atlas ist als Begleiter für die nächtliche Beobachtung gedacht. Er richtet sich in erster Linie an Sternfreunde, die meist spontan, ohne größere Vorbereitung zur Beobachtung aufbrechen."

Systematik und Inhalt

Das Werk hat über 350 nichtnummerierte Seiten mit 97 Karten im spiralgebundenen Softcover. Die Deckblätter und Seiten sind aus wasserabweisenden, beschichteten Papier (0,15mm Dicke). Es finden sich die Positionen und Beschreibungen von 2203 Deep Sky Objekten. Sterne bis 9mag sollen auf den Karten verzeichnet sein. Als Quelle diente u.a. der Tycho2 Katalog. Der Atlas deckt die nördliche Hemisphäre bis zu einer Deklination von –35°ab.

Der Inhalt unterteilt sich in:

Hinweise zum Atlas und Gesamtübersicht der Karten

97 Himmelsregionen

Objektindex und Anhang

1) Hinweise zum Atlas und Gesamtübersicht der Karten

Auf einer Seite führt der Autor in den Umgang mit dem Atlas und seinem Inhalt knapp ein. Die verwendeten Symbole und Abkürzungen werden im Dritten Abschnitt erläutert.

Als Neuheit sehe ich die Sichtbarkeitsdiagramme an: Auf einem Koordinatenkreuz werden die Objekte entsprechend ihrer Helligkeit (x) und Flächenhelligkeit (y) eingetragen. Der Blasendurchmesser steht für die Ausdehnung.

Es sind keine Mehrfachsterne und Veränderliche Sterne aufgelistet und in den Karten verzeichnet. Für den Einsteiger hilfreich ist die Hervorhebung der Objekte des bekannten „Karkoschka". So erkennt er gleich die beeindruckendsten Ziele.

2) 97 Himmelsregionen

Die Sortierung ist nach den lateinischen Sternbildern in alphabetischer Reihenfolge. Das halte ich für vorteilhaft, denn auch nach vielen Jahren der Beobachtung finde ich eine Region nach dieser Systematik rascher, als mit den strengen schichtenartigen Sektoren vom Pol zum Äquator. Der Nachteil, dass man weniger geläufige Sternbilder vergessen oder übersehen könnte, ist durch die Umgebungsüberblickskarte beseitigt.

Die Beschreibung einer Region beginnt mit dem Überblick des Sternbilds mit seinen benachbarten Arealen. In diese Grafik eingeblendet ist das Sichtbarkeitsdiagramm mit den meisten vorgestellten Objekten. Es folgt die Auflistung der Objekte mit den Kerndaten und einer Kurzbeschreibung . Hierbei wird die englische Sprache verwendet und bei den Objekten des NGC die Abkürzungen, wie sie seit Herschel verwendet werden. Das ist gewöhnungsbedürftig, besonders für den Einsteiger. Grob geschätzt werden 80% der Objekte tiefergehend in Deutsch beschrieben. Dabei werden je nach Eignung oftmals unterschiedliche Instrumentengrößen erwähnt. Der Auflistung folgen oftmals schwarzweiße Abbildungen. Sie illustrieren einige der markanten Regionen, doch nicht unbedingt die hellen „Klassiker" sondern häufig die lichtschwachen und kleineren Objekte. Abschließend findet der Benutzer die Aufsuchkarte der vorgestellten Region.

Bei der Systematik wundere ich mich etwas. Am Beispiel von M51 wird es deutlich: Er liegt offiziell in Canes Venatici, ist jedoch nur in „Bootes-Nord" und in „Ursa Major" beschrieben. Somit sogar zweimal. Diese Beobachtung geschah zufällig. Wie häufig das auftreten mag kann ich nicht mitteilen.

3) Objektindex und Anhang

Abschließend werden alle nichtstellaren Objekte nochmals nach ihrer Nummer und Seitenangabe aufgelistet. Die Legende der Kartensymbole findet sich anschließend und auch die eher schwammig anmutenden Bezeichnungen zur Teleskopgröße, die bei der Objektbeschreibung verwendet werden, sind erklärt. Zum Beispiel entspricht ein „mittleres" Teleskop einer Optik von 8 bis 10 Zoll Öffnung. Ähnlich werden die Aussagen zur erforderlichen Himmelsgüte erläutert. Die Einsteigerobjekte, die im Karkoschka aufgeführt sind, werden mit ihrem Sichtbarkeitsfenster aufgeführt. Ebenso werden 400 Herschelobjekte und „Sonderobjekte" ihren Sichtbarkeitsperioden zugeordnet. Eine gute Idee. Abschliessend werden die kryptischen Kurzbezeichnungen sowie die Bortleskala dargestellt. Am Ende erhält der Leser noch eine Karte von Ursa Minor zur Schätzung der stellaren Grenzgröße.

Layout und Kartenmaterial

Das Format ist DIN-A4 Hoch. Die Karten sind Schwarz auf Weiss. Die Abbildungen der Objekte sind im Graustufenraster. Die Karten sind Ausdrucke des „Cartes Du Ciel" Programms und erinnern an den Sky Atlas 2000 von Tirion. Den Maßstab gibt Stropek mit 1,2°/cm an. Koordinatenlinien sind nicht vorhanden. Die stellare Grenzgröße schwankt zwischen 8,3 und 9,3mag, je nach der Sternendichte.

Die Abbildungen mögen etwas grob erscheinen, die Hauptkarten hingegen sind astrein scharf gedruckt.

Nach einiger Zeit der Benutzung fällt leider auf, dass sich die Druckerschwärze in leichten Schatten auf die Aufsuchkarten legt

Resümee

Der Deep Sky Beobachteratlas von Gerhard Stropek verbindet in einzigartiger Weise die Vorteile von Uranometria2000/DeepSky Fieldguide, Nightsky Observer Guide, Deep Sky Reiseatlas und Karkoschka miteinander. Er hat mit über 2200 Objekten nicht so viele wie das nördliche Uranometria Buchduo, dafür reicht er bis –35° südlicher Deklination und deckt somit den gesamten beobachtbaren Himmel für Mitteleuropäer ab. Die Anzahl an Objekten übertrifft so einige andere Kartenführer, so dass der Leser über Jahre hinaus auch mit größeren Instrumenten bestens bedient ist. Das ganze zu einem Buch kombiniert und mit zum Teil detaillierten Beschreibungen von helleren Objekten und weiteren Informationen versehen lässt dieses Werk zu einem unersetzlichen Begleiter für Nacht und „Nebel" – Aktionen werden. Mit dieser Erstausgabe hat der Deep Sky Beobachter Atlas das Zeug zu einem Standardwerk der Amateurastronomie zu werden und ist uneingeschränkt empfehlenswert!

Torsten Güths

Der Rezensent ist Dipl. Wirtschaftsing. FH, seit über 30 Jahren Sternfreund.

Mit freundlicher Genehmigung Torsten Güths und Stefan van Ree
Quelle: astronomie.de


Sterne und Weltraum
Stefan Oldenburg
Dezember 2010

"Ein El Dorado für Deep-Sky-Beobachter"

Download Rezension: SuW_2010_12_S74.pdf

Mit freundlicher Genehmigung Stefan Oldenburg, Dr. Tilmann Althaus
Quelle: Sterne und Weltraum

 

Kosmologs.de
Jan Hattenbach
November 2010

Über den Deep-Sky Beobachteratlas von Gerhard Stropek ist in Amateurastronomenkreisen viel Gutes zu hören gewesen. Das im Eigenverlag aufgelegte Werk erschien mir deshalb interessant, weil ich schon länger einen Atlas suchte, der Deep-Sky-Objekte jenseits der üblichen M- und NGC-Nummern zu bieten hat. Also ein Atlas für Fortgeschrittene, der aber doch die Bodenhaftung nicht verliert – so etwas fand ich auf dem deutschsprachigen Markt kaum. Ich habe den Atlas also bestellt und ihn im Oktober in drei Nächten intensiv nutzen können. Das Werk kann ich nur empfehlen.

Der Untertitel verrät eigentlich schon das Wesentliche: Der Deep-Sky Beobachteratlas ist „ein kommentierter Atlas der Sternhaufen, Nebel und Galaxien für den visuellen Beobachter“. Dass der Atlas im Eigenverlag erscheint, wirkte gleich sympathisch, denn das Hobby Astronomie lebt schließlich von der Eigeninitiative wie kaum ein zweites. Sehr beeindruckt war ich sofort von der Informationsdichte des Werks, das mehr als 2200 Deep-Sky-Objekte enthält. Die Tatsache, dass eine Reihe bekannter Deep-Sky-Beobachter bei der Beschreibung der Objekte mitgewirkt hat, macht den Atlas zu einem echten Amateurastronomenprodukt.

Die insgesamt 97 mit Cartes du Ciel erstellten Karten eignen sich sehr gut fürs Starhopping. Sie sind nummeriert, zwei Übersichtskarten erleichtern die Orientierung. Die Karten orientieren sich außerdem an markanten Sternkonstellationen und sind nicht regelmäßig an dem Koordinatennetz ausgerichtet, was dem Starhopper sehr entgegenkommt. Die Objekte werden pro Karte mitsamt ihrer wesentlichen Daten kurz beschrieben, einige sind auch abgebildet, wobei ausschließlich invertierte Fotografien der POSS-II Himmelsdurchmusterung verwendet werden. Zu vielen Objekten sind neben den abgekürzten und nicht immer hilfreichen Kurzbeschreibungen historischer Astronomen ausführliche Beschreibungen versierter Amateurbeobachter angegeben. Auch die Flächenhelligkeit eines Objekts fehlt nicht. Jede Karte verfügt außerdem über ein Sichtbarkeitsdiagramm, das die visuelle Helligkeit der Flächenhelligkeit gegenüberstellt. Auf diese Weise lässt sich schnell feststellen, ob ein Objekt mit dem verwendeten Teleskop möglicherweise sichtbar ist oder eher nicht.

Der "Stropek" ist zu einem festen Bestandteil meines Beobachtungsinventars geworden. Okulare und Zubehör gehören allerdings leider nicht zum Lieferumfang...

Verbesserungswürdig ist die Verteilung der Kartennummern über den Himmel, diese scheint oft willkürlich. Eine geordnete Nummerierung würde die Handhabbarkeit erleichtern. Ebenso fehlen die Bayer-Bezeichnungen der helleren Sterne in den Karten, auch das erschwert die Orientierung unnötig – hier könnte der Autor in zukünftigen Auflagen nachbessern. Dass der Atlas durchgehend auf Koordinaten verzichtet, scheint indes konsequent, den Dobsonauten, ohne Zweifel die Zielgruppe, werden diese Angaben nicht vermissen. Absolut positiv ist, dass der Beobachteratlas auf bunte Farben und Grafiken komplett verzichtet und so sie Lesbarkeit bei Rotlicht gewährleistet. Text und Karten sind ausreichend groß, um sie auch bei Beobachtungsbeleuchtung noch lesen zu können – dass schafft so manch kommerzielles Produkt nicht.

Dass der Atlas auf Fotografien statt auf Zeichnungen setzt, fand ich zuerst problematisch, aber nach der ersten Nacht schon nicht mehr: Zeichnungen sind zwar näher am teleskopischen Anblick, aber auch sehr subjektiv. Was ein x-beliebiger, wenn auch sehr erfahrener, Deep-Sky-Fachmann im Teleskop sieht ist eben selten das, was ich im Teleskop sehe – selbst wenn es das gleiche Teleskop ist. Und manchmal scheinen mir solche Zeichnungen, gerade die der „Profis“, ein gewisses Maß an Phantasie nicht zu entbehren. Ich finde es besser, wenn der verwendete Atlas in dieser Hinsicht nicht beeinflusst. Die Fotografien sind da objektiver, und auch bei ihnen habe ich mir angewöhnt, sie möglichst erst hinterher anzuschauen, wenn ich mir ein eigenes Bild im Okular machen konnte.

Der Atlas bildet den von Mitteleuropa aus sichtbaren Himmel bis -35° Deklination ab. Die Grenzgröße der abgebildeten Sterne beträgt in der Regel 9mag, in bestimmten Fällen auch 9,3 bzw. 8,3mag. Datengrundlage für die Sterne ist der Tycho 2-Katalog, die Deep-Sky-Objekte sind meist dem SAC-Katalog Version 7.7 entnommen. Dieser enthält Objekte des NGC/IC-Katalogs, also auch sämtliche Messier-Objekte und alle für kleine Teleskope interessanten Beobachtungsziele. Somit bietet der Katalog auch für Einsteiger genug Material, wenngleich er sich hauptsächlich an versierte Deep-Sky-Beobachter mit mittelgroßen bis großen Teleskopen richtet.

Eine typische Doppelseite mit Karte, Übersichtskarte, Sichtbarkeitsdiagramm (rechts oben) und Objektbeschreibungen.

Für diese bietet der Katalog mit ausgewählten Objekten aus weniger bekannten Katalogen ein reichhaltiges Betätigungsfeld. So flossen die Planetarischen Nebel des Abell-Katalogs und die Kugelhaufen des Palomar-Katalogs ebenso ein wie eine Vielzahl kompakter Galaxiengruppen des Hickson- und Superthin-Galaxien des RFGC-Katalogs in den Stropek ein. Auch enthält er eine Auswahl hellerer (wobei das „hell“ hier eher relativ zu verstehen ist) Protoplanetarischer Nebel, Quasare und Galaxiengruppen des Shakhbazian-Katalogs. Durch die Objektfülle des Stropek kann man also gleich in der nächsten klaren Neumondnacht loslegen, ohne sich vorab selbst durch eine aufwändige Objektrecherche zu mühen.

Gerade die „besonderen“ Objekte macht den Stropek für Beobachter mit großen Dobsons interessant, die Besitzer kleinerer und mittlerer Geräte müssen sich darauf einstellen, längst nicht alle Objekte des Atlas’ sehen zu können. Wobei – hat man den Atlas erst einmal zur Hand, versucht man sich vielleicht auch mal an Objekten im Grenzbereich, die man vorher womöglich gar nicht kannte. In den drei Nächten, die ich bisher mit dem Stropek arbeiten konnte, hatte ich daher so manches Aha-Erlebnis. Unter einem wirklich dunklen Himmel sind so manche Extermobjekte auch für 10" oder 12" erreichbar, wenn auch meist an der Wahrnehmungsgrenze.

Deshalb empfehle ich den Deep-Sky Beobachteratlas gerade für Amateurastronomen, die schon Erfahrungen in der Deep-Sky-Beobachtung gesammelt haben und sich nach neuen Herausforderungen umsehen. Es muss auch nicht ein Dobson jenseits von 18" sein. Unter 10" würde ich aber auch nicht gehen.

Dass der Atlas keinen Verlag gefunden hat ist bedauerlich für die Verlage. Andererseits ist der Atlas auch kein massentaugliches Produkt sondern richtet sich an eine Teilmenge der selbst nicht riesigen Amateurastronomengemeinde. So jedenfalls haftet dem Stropek etwas wunderbar (und im besten Sinne des Wortes) „Amateurhaftes“ an, denn das Wort Amateur kommt schließlich von amare: lieben. Und wer sein Hobby liebt, der schiebt (seinen Dobson)!

Clear Skies!

Diese Rezension bezieht sich auf die 1. Auflage des Beobachteratlas’. Der Atlas ist direkt bei Gerhard Stropek auf der Website http://www.beobachteratlas.de/ zu beziehen. Hier gibt es auch Probeseiten zum Ansehen. Der Preis von 49,90€ relativiert sich schnell, wenn man bedenkt, dass hier eine Einzelperson ein wirklich gehaltvolles Buch ohne große Auflage auf den Markt bringt.

Übrigens: In der Dezemberausgabe von Sterne und Weltraum erscheint eine Rezension vom Kollegen Stefan Oldenburg. Ich kenne sie bislang selbst nicht (so wie Stefan diese Rezension nicht kannte) und ich bin mal gespannt, zu welchem Resultat er gekommen ist!

Text und Fotografien mit freundlicher Genehmigung Jan Hattenbach
Quelle: Kosmologs

 

Astrotreff.de
Angela Hensel
August 2010

Was man da per Post bekommt, ist wirklich ein dickes Ding! Im DIN A4-Format und mit über 360 Seiten (und einem Gewicht von ca. 2kg) ist Gerhard Stropeks Beobachter-Atlas im wortwörtlichen Sinne „überwältigend“.

Aber noch überwältigender ist der Inhalt:
Auf 97 Karten werden alle Sternbilder bis -35° Deklination mit vielen sehenswerten Objekten dargestellt. Die Karten sind nach lateinischen Namen und alphabetisch geordnet - die Grenzgrösse liegt je nach Sterndichte b
ei 9,3m – 8,3m.

Nahezu zu jedem Objekt gibt es in der Tabelle wertvolle Informationen und einen Kommentar mit einer Beschreibung. In diesen Beschreibungen wird dargelegt, ab welcher Instrumentenklasse die Beobachtung lohnenswert ist und was genau man sieht. Auch ob man eher durch indirekte oder direkte Beobachtung zum Erfolg kommt, wird jeweils angesprochen.

Zu einzelnen, schwierigeren Objekten gibt es auch Fotos als zusätzliche Aufsuchhilfe. Der Atlas ist komplett in schwarz/weiss gehalten und durch die Anordnung von Sternkarten, Tabellen und Fotos sehr übersichtlich.

Im Anschluss an die Karten befindet sich die Legende mit Symbolerklärungen und Erklärungen zu den einzelnen Sprachwendungen betreffend Teleskopgrösse, Himmelsqualität und Himmelsorientierung. Die meisten Erklärungen/Symbole sind selbsterklärend, auch ohne Legende.

Für eine einfachere Orientierung wäre aber ein Abdruck am Anfang und am Ende des Atlasses (z.B. auf den Buchdeckel-Innenseiten) viel angenehmer und schneller zu erreichen.

Sehr gut sind die Sichtbarkeitstabellen für Einsteiger und Fortgeschrittene, hier erfährt man auf einen Blick, was man wann sieht – eine echte Erleichterung für die Beobachtungsplanung.

Neben Platz für eigene Ergänzung bietet der Autor auch noch Tabellen zur Okularwahl an.
Den Abschluss des Buches bilden die Kurzbeschreibungen der einzelnen Kataloge und Klassifikationen.

Der Beobachteratlas ist auf stabilen, etwas dickeren Seiten gedruckt und als Ringbuch gebunden. Für einfache Planungen ist dies vollkommen ausreichend – für den nächtlichen Ausseneinsatz, ist aber eine laminierte Version vorteilhafter.

Fazit:
Die Karten sind ideal für Starhopping und zur Vorbereitung von Beobachtungsnächten.
Sehr gut hat mir die Ehrlichkeit der Kommentare gefallen. Das Werk ist einfach überwältigend – sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet.
Sehr gelungen!

Mit freundlicher Genehmigung Angela Hensel
Quelle: Astrotreff.de

 

Astronomie.info.de
Stefan Meister
August 2010

Kürzlich ist der Deep Sky Beobachteratlas (kurz: DSBA) im Eigenverlag von Gerhard Stropek erschienen, ein kommentierter Atlas der Sternhaufen, Nebel und Galaxien für den visuellen Beobachter. Ich habe den Atlas bestellt und er ist bei mir vor wenigen Tagen eingetroffen. Hier meine ersten Eindrücke davon:

Das spiralgebundene Werk erscheint mit 366 Seiten ziemlich umfangreich und ist im Format A4 durchwegs schwarzweiss gehalten. Insgesamt ist der Atlas in 97 Bereiche eingeteilt, welche nach Sternbildnamen A-Z sortiert sind. So ist der Bereich Nr. 63 beispielsweise "Orion-Nord", Nr. 64 "Orion-Süd" und Nr. 65 "Pegasus". Dies verdeutlicht, dass grössere Sternbilder - oder solche mit vielen Deepsky-Objekten - durchaus mehrere Bereiche belegen können. Der Sternenhimmel wird bis -35° Deklination abgebildet.

Zwei Seiten mit Indexkarten zu Beginn des Atlasses zeigen den kompletten Nordhimmel mit grau eingedruckten Bereichs-Nummern. Jeder Bereich enthält eine Übersichtskarte des Himmelsausschnittes, eine Auflistung der Objekte mit Katalogdaten (ausser der Positionsangabe) und Beschreibung gefolgt von einer seitenfüllenden Detail- bzw. Aufsuchkarte, worauf alle vorerwähnten Objekte des Bereichs eingezeichnet sind. Besonders lohnende Objekte sind in der Karte fett gedruckt und in der Objektauflistung mit der Bezeichnung "Tipp!" markiert. Die Auswahl dieser Paradebeispiele ist dabei identisch mit denen im "Karkoschka" gelisteten Objekten. Gelegentlich sind zur Auflockerung insgesamt über 290 DSS Fotos für schwierigere Objekte eingestreut, die auch gut als weitere Aufsuchhilfe verwendet werden können.

Das Papier ist ausserordentlich hochwertig gewählt (vermutlich gestrichen) und etwas dicker, so dass der Atlas problemlos etwas Feuchtigkeit vertragen dürfte. Die Karten, gedruckt im Massstab 1,2°/cm, basieren auf der Freeware Software Cartes du Ciel und enthalten insgesamt über 2200 Objekte. Die Grenzgrösse der Sterne beträgt 9.3 - 8.3 mag, je nach Sterndichte. Verwendet wurde hier der Tycho 2 Katalog. Datengrundlage der Deepsky-Objekte ist primär der SAC-Katalog in der Version 7.7 (inkl. Verbesserungen des NGC/IC Projektes). Weiter wurde die Sammlung ergänzt mit Objekten aus dem Hickson Katalog, RFGC (Superthin Galaxies) und andere ausgewählte Objekte von Protoplanetarischen Nebeln, Abell PN's, Palomar Kugelsternhaufen, helle Quasare, Galaxiengruppen und dem Shakhbazian-Katalog.

Im Anschluss an den Hauptteil folgt noch ein tabellarischer Index mit sämtlichen abgedruckten Objekten sowie die Karten Nr. wo diese zu finden sind. Wegen Überlappungen können die Objekte auf bis zu drei Karten Nummern bzw. Bereichen enthalten sein. Alle Objekt Nummern ohne vorangestellte Katalogkürzel sind dabei NGC Objekte.

Weitere Seiten mit "Sichtbarkeitsfenster" zeigen tabellarisch, in welchem Monat welche Objekte optimal beobachtet werden können. Diese sind grob in drei Klassen "Einsteigerobjekte", "Herschel 400" und "Sonderobjekte" eingeteilt. Innerhalb dieser Klassen wird dann noch nach dem Objekttyp in verschiedenen Spalten unterschieden. Tabellen zur Okularwahl und ein Anhang mit Schlüssel zu den Kurzbeschreibungen sowie Klassifikationen und der Bortle-Skala schliessen das Werk ab.

Ich finde den DSBA ein ausserordentlich gelungenes und sehr sorgfältig erstelltes Werk und kann es allen empfehlen, die einen umfangreichen Beobachteratlas suchen. Der Atlas geht deutlich tiefer als der vergleichbare Deepsky Reiseatlas des Oculum Verlags und ist somit für den engagierten Deepsky Beobachter geeignet. Vor allem die Sichtbarkeitsbeschreibungen (teilweise mehrere Sätze) zu einem Grossteil der 2200 Objekte sind sehr hilfreich und zeigen, dass der Autor hier bei der Zusammenstellung viel Zeit investiert hat. Die Kommentare stammen entweder von Beobachtungen des Autors selber oder mit unterschiedlichen Öffnungen gemachten Amateurbeobachtungen, die recherchiert, verglichen und verdichtet wurden. Zu beachten wäre noch, dass der Atlas keinerlei Positionsangaben enthält. Sämtliche Objekte sind ausschliesslich in der Karte eingezeichnet und daher über "Starhopping" aufzufinden. Somit dürften hier primär Dobsonbesitzer angesprochen sein.

Noch etwas zum Preis: Der Atlas kostet € 49.90, wobei dann noch die Portokosten dazukommen (A/CH: € 13.90, D: € 4.90).

Mit freundlicher Genehmigung Stefan Meister

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